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05/22/12 00:21:17

Obertauern

Obertauern ist einer der bekanntesten Wintersportorte in Österreich. Das Bergdorf ist keine eigene Gemeinde, sondern teilt sich auf das Gebiet der beiden Ortschaften Untertauern und Tweng auf. Trotzdem genießt Obertauern, das sich inmitten der Radstädter Tauern befindet, einen enorm hohen Bekanntheitsgrad, insbesondere unter den Wintertouristen. Der Ort gehört zu den beiden politischen Bezirken St. Johann im Pongau und Tamsweg, die beide im Bundesland Salzburg liegen, und erstreckt sich über eine Seehöhe von 1639 bis 2526 Metern. Obertauern kommt auch in geografischer Hinsicht eine besondere Rolle zu, ist man doch so etwas wie die Grenze zwischen dem Pongau und dem Lungau. Mitten durch das romantische Bergdorf verläuft nämlich die Gemeindegrenze zwischen den beiden Ortschaften Untertauern und Tweng, weshalb sich das Ortsgebiet von Obertauern auch auf diese beiden Gemeinden aufteilt. Erreicht werden kann Obertauern einfach und bequem über die Katschberg-Straße, die B99. Diese führt hinauf nach Obertauern, das sich rund um die Passhöhe des Radstädter Tauernpasses befindet.

In geschichtlicher Hinsicht nahm die Entwicklung des heute so bekannten Wintersportorts ab dem Jahre 1207, in dem die erste sichere Erwähnung des Radstädter Tauerns erfolgte, seinen Anfang. Weitere Meilensteine waren die Anführung von „zween Wirten am Tauern“, mit der 1517 die beiden Häuser Wisenegg und Schaidberg gemeint waren, die auch heute noch bestehen. 1519 erfolgte der Ausbau der Straße für den Wagenverkehr, ehe 1764 unter Erzbischoff Sigismund von Schrattenbach die Eröffnung der Poststation in Untertauern und damit der Beginn von Postfahrten auf den Radstädter Tauern erfolgte. Nach dem ersten Weltkrieg kamen dann regelmäßig Skifahrer und Skifahrerinnen zu Fuß nach Obertauern, während das Gepäck mit Pferdekutschen befördert wurde. Im Zeitraum zwischen 1925 und 1927 starteten die ersten Tauernrennen für Autos und Motorräder, wodurch immer mehr Besucher den Weg ins heutige Obertauern fanden.

Der Geburtstag der Ortschaft Obertauern kann dann mit dem 8. Dezember 1929 datiert werden, wurde zu diesem Zeitpunkt doch mit dem fahrplanmäßigen Winterverkehr über den Tauernpass begonnen. 1950 wurde mit dem Bau von Lawinenschutzeinrichtungen sowie der Installation von Tellerschleppliften angefangen, ehe 1952 der Ausbau des Hoteldorfes Obertauern erfolgte und bis 1961 eine Reihe von modernen Schleppliften und Seilbahnen errichtet wurde. Erst im Jahr 1962 wurde schlussendlich Obertauern zum offiziellen Ortsnamen des Bergdorfes am Radstädter Tauern. Wahre Meilensteine wie die erste motorisierte Pistenraupe oder auch eine Vorstufe der heutigen Skiinternats, in der vormittags lernen und nachmittags Skifahren am Programm standen, nahmen ebenfalls im Wintersportort Obertauern ihren Anfang, weshalb man hier auch durchaus über eine beachtliche Tradition in Sachen Skifahren verfügt.

Heute findet man rund 100 Kilometer an präparierten Pisten sowie 26 Liftanlagen, die mehr als 46.000 Besucher und Besucherinnen pro Stunde befördern können, in Obertauern. Der Olympiastützpunkt, in dem bereits wahre Skigrößen wie Olympiasieger Hermann Maier oder auch Abfahrtsweltmeister Michael Walchhofer trainiert haben, ist ebenfalls eine weitere Einrichtung, die die Bedeutung des alpinen Skisports für die Ortschaft Obertauern zum Ausdruck bringen kann.